Akustik Teil 1: Akustik im Büro (verstehen!)

Um sich dem Thema Akustik im Büro zu nähern, muss man vom Schreibtisch abschweifen und kurz in die Biologie wechseln. Wir Menschen haben fünf Sinne, die uns bei der Wahrnehmung der Umwelt (Bürowelt ?) helfen und uns vor Gefahren warnen wollen.

Sie sind lebenswichtig um auf Informationen zu reagieren. Dies findet körperlich immer nach dem selben Schema statt: Wir nehmen einen Reiz wahr (Ton), bewerten ihn über das Gehirn (mein Telefon!),  und lösen eine Empfindung oder Reaktion aus (Hörer abnehmen!). Ein Beispiel aus dem Alltag: Sie werden durch ein lautes Signal aus dem Schlaf geweckt (Reiz). Sie stellen fest draußen tobt ein Gewitter (Bewertung). Sie stehen auf und schließen das Fenster, es könnte Gefahr drohen und sie möchten weiterschlafen (Empfindung/Reaktion). Beim Auge ist das Licht der Reiz, die Farbe die Bewertung und z.B. „Geborgenheit“ die Empfindung.

 So funktionieren wir über unsere Sinnesorgane, die uns natürlich auch am Büroarbeitsplatz begleiten. Dort wollen Sie zwar (hoffentlich) nicht weiterschlafen, aber weiter arbeiten. Lassen Sie sich nun drei Minuten Zeit, um nach eigenen täglichen Beispielen zu suchen. Der laute Drucker eines Kollegen einen Katzensprung entfernt, die angeregten Gespräche, die neben Ihrem Schreibtisch stattfinden, die Telefonapparate der 8 weiteren Mitarbeiter, das ständige Gemurmel des Durchgangsverkehrs…, der Kopierer, das Radio, etc. Und immer grüßt das Schema: Reiz, Bewertung, Empfindung….

Je fremder und lauter und deutlicher die Geräusche, umso stärker die Ablenkung.

Die Sprache und das Telefon sind wohl die am häufigsten auftretenden akustischen Reize am Arbeitsplatz und in jeder Bürostruktur. Speziell das Wort wird auf die besagte „Goldwaage“ gelegt. Akribisch versuchen wir den Inhalt auszuwerten, ob es sich um Lob oder Tadel, mich persönlich oder Fremde dreht. Ob die Sprachverständlichkeit gewünscht ist oder als ständiges Warnsignal von der Arbeit abhält, ob die Lautstärke des Druckers am Arbeitsplatz störend oder positiv bewertet wird (Ahh…, er druckt!) kann natürlich durch die richtige Raumgröße, eine zweckmäßige Büroplanung und durch den cleveren Einsatz von Büroausstattung detailliert beeinflusst werden.

Um das Chaos im Kopf auf erträglichem Niveau zu halten, ist es unter Umständen hilfreich, vor dem Büromöbelkauf eine sensible Analyse der Arbeitsaufgaben, der Zuordnung der Mitarbeiter, der Kommunikationsbedingungen und der zusätzlich eingesetzten Technik zu erarbeiten. Der dabei entstehende Leitfaden kann den Weg frei machen zu einem akustischen Gleichgewicht für die Allgemeinheit der Mitarbeiter, aber besonders für jeden einzelnen Bildschirmarbeitsplatz der mit all seinen Schnittstellen zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.

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