Akustik Teil 2: Konsequenzen akustischer Störungen im Büro

Das Ohr steht über allem! Als Prioritätssinn blockiert es alle anderen Informationen. Sie können gerade essen (schmecken), lesen (sehen), oder andere Sinne bemühen, ein Ton bringt Sie raus. Das Ohr schläft nie. Die klare Dominanz nimmt dabei die Sprachverständlichkeit ein, denn unser Gehirn versucht den Inhalt eines Gespräches zu verstehen, auch wenn es gar nicht für uns bestimmt ist. Wir speichern den gehörten Text aber nicht den gerade gelesenen.

 In jeder offenen Bürostruktur, aber auch in anderen Bürokonzepten ohne entsprechende Abschirmung, hören wir zu viel was wir nicht ausblenden können.  Was sind die Konsequenzen?

  • Konzentration verringert sich
  • Zeitliche Verluste durch Ablenkung
  • Schlechteres, langsameres Arbeitsergebnis
  • Leistung fällt allgemein ab
  • Fehler tauchen auf/ Zeitverlust zur Behebung/ Kosten
  • Abläufe werden nicht zu Ende gedacht/ Defizite
  • Innovationsentwicklung ist gestört/ Defizite
  • Kritik an Fehlern durch mangelnde Konzentration führt zu Frust und Demotivation
  • Erhöhte Fehlzeiten
  • Personalfluktuation/ häufig im Callcenter
  • Kundenverlust/ Auftragsverlust
  • Gewünschter unternehmerischer Erfolg bleibt aus

Die Gründe für das Missverhältnis zwischen Konzentration und akustischer Störung in der Büroimmobilie sind vielfältig. Durch das World Wide Web ist der Erfolgsdruck größer geworden, neue Strategien haben sich entwickelt um zu reagieren. Büros und deren Arbeitsorganisation ändern sich täglich. Unkontrolliertes Wachstum und Kostendruck führen zu Flächenverdichtungen. Immer mehr Technikeinsatz ohne Anpassung der Arbeitplätze und fallende Wände für mehr Kommunikation und Offenheit stellen das Leistungsvermögen der Mitarbeiter auf die Probe. Moderne transparente Gebäudehüllen, mit angestrebter hoher Flexibilität in der Nutzung, bergen eine Menge schallharter Flächen ohne entsprechenden Ausgleich. Der Mensch oder genauer gesagt das Ohr wird bei diesen Bürokonzepten zu oft ausgeklammert.

Und trotzdem können wir nicht auf Stille setzen.  Wir sind auf akustische Signale, auch im Büro, angewiesen, die es zu nutzen gilt. Ein Gerät sagt mir das es funktionstüchtig und bereit ist. Bei den Worten meines Kollegen, die die Lösung für ein gemeinsames Problem enthalten, freue ich mich über die direkte Ansprache und schnelle Information. Gezielt gesteuerte Kommunikation erhält einen hohen Stellenwert im Büroalltag um schneller, flexibler und besser zu werden. Versuchen wir durch eine unterstützende Büroplanung  positive und negative Akustikquellen in Ihre eigenen Schranken zu verweisen und gewinnbringend einzusetzen.

Zum Akustik Teil  1

 
 
 

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