Büroarbeit in der Zukunft

Nichts bleibt für immer, das Klima wandelt sich, Banken entwickeln sich gerade aufgrund einer Krise, die Arbeit verändert sich mit der Technik und alles hat unmittelbare Auswirkungen auf Menschen und Arbeitnehmer. In Asien wächst die Bevölkerung, in Deutschland schrumpfen die niedrigen Jahrgänge. Der demographische Wandel birgt die Gefahr, dass gut ausgebildete Personengruppen bald Mangelware sind, jetzt schon knapp werden. Wie sieht sie aus, die Arbeitswelt von morgen, in der sich junge kreative Menschen mit einer gehörigen Portion Wissen und Engagement, auf die Problemstellungen von morgen stürzen? Global Player beginnen schon jetzt damit als Arbeitgeber in der Gunst der Newstarter zu wachsen, Rankings sind in aller Munde, es geht um den ersten gut bezahlten Job.

Im November 2009 versucht eine international zusammen gewürfelte Gruppe einen Blick in die eigene Bedürfniszukunft.  Das Camp Palomar 5 sind 30 bereits erfolgreiche Mitstreiter im Arbeitsleben aus 13 verschiedenen Ländern, die ungewöhnlichen Wegen auf der Spur sind.

Wie kann ein Arbeitgeber besser den Bedürfnissen seiner Angestellten gerecht werden?
Dabei stammt die Erkenntnis, dass Menschen Bedürfnisse haben aus grauer Vorzeit. Z.B. von dem amerikanische Psychologen Abraham Maslow, der mit seiner Pyramide als erster ein Modell menschlicher Motivationen aufstellte und stufenweise erklärt. Oberstes Ziel dabei über den Weg der Selbstverwirklichung ist die seelische Gesundheit des Menschen. In einem Jahr in dem es neue  Erkenntnisse über den Mars gab, und die größte Forschungsmaschine der Welt endlich das Urknall-Experiment möglich machen könnte, stellt eine kleine Gruppe erneut diese Frage, die sich doch längst erübrigt haben sollte.

Sie treffen sich für sechs Wochen. Große Überschrift ihres Brainstormings ist, die Arbeit im Büro als eine Art Liebesbeziehung zu betrachten, die scheitern oder gelingen kann. So wird eine Festanstellung zu einer Hochzeit, mit der Option sich scheiden zu lassen. Diese leidenschaftliche Betrachtung ist es, die wahrscheinlich den Wünschen und Ideen ihre Kraft verleiht. Respekt, Freiheit und Gleichberechtigung fallen mir spontan als unabdingbar für eine gute Beziehung ein. Die Gruppe sieht es genauso, eben auf die Bürowelt bezogen. „Die klassische Festanstellung mit klar geregelten Aufgaben und Arbeitszeiten („9 to 5“) ist für viele Menschen nicht mehr attraktiv.“

Die Mischung der Teilnehmer ist bunt. Sie kommen aus Wissenschaft und Kreativberufen, sind Ingenieure und Autoren und stehen für sozialere Businesspläne. „Das Modell der Festanstellung stimmt für viele einfach nicht mehr. Für sie gibt es bisher zu wenig Raum in der Arbeitswelt. Dabei steigt die Produktivität, wenn man den Leuten erlaubt, sich selbst zu überlegen, wie sie am besten arbeiten.“

So wurden verschiedene Visionen angepackt:  Wie man die Produktivität des Einzelnen sichtbar machen kann, um dadurch zu motivieren. Wie die Leidenschaft an der Aufgabe erhalten bleibt oder, ob ein offener Umgang mit Emotionen am Arbeitsplatz zu akzeptableren Bedingungen führt. Aber auch ein neuer Umgang mit Daten oder die Vision Internetzugang als Menschenrecht anzuerkennen und kostenfrei für jeden zu realisieren, gehören zur Bandbreite der Lösungsansätze. 15 verschiedene Projekte wurden bis Ende des Camps entwickelt und ihre Ergebnisse dem Hauptsponsor und Begleiter, der Deutschen Telekom, vorgestellt. Darunter auch eine Lösung wie zwischendurch Stress abgebaut werden kann.

Die Arbeitswelt von morgen mitgestalten, sich von alten Denkmustern lösen und Freiraum für Innovationen schaffen sind Ziele, die den Bedürfnissen der digitalen Generation entsprechen und nicht unerhört bleiben sollten.

Das Camp läuft übrigens 2010 weiter…

 
 
 

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