Büroeinrichtung, Farben und ihr Ordnungssystem

Itten und Goethe! Kennen Sie diese beiden Namen im Zusammenhang mit Farbtönen, haben Sie bereits von einem Farbkreis gehört. Und in jedem neuen Tuschkasten hatten die Töpfchen einen immer gleichen Platz in nicht zu durchschauender Reihenfolge. Mit Deckweiß und schwarz konnte man alles dann so schön verschmieren… Aber welcher Systematik lag die Anordnung denn nun zugrunde?

Ein Farbkonzept erstellen! Das Ordnungssystem der Farben erleichtert die Auswahl.

Wir kennen nur die subjektive Aussage: es passt etwas zusammen oder passt nicht! Aber wissen wir auch warum? Wir wollen etwas betonen und hervorheben. Aber wissen wir wie? Sobald Farben in einem Raum oder Büroraum gezielt wirken sollen, ist es ratsam sich die Gesetzmäßigkeiten vor Augen zu führen. Die meisten sind keine reinen Farben sondern bestehen aus der Mischung dreier Faktoren (Dreidimensionalität).

In der ersten Dimension liegen die reinen Farbtöne wie sie vom Licht aufgespalten werden (Farbkreis). Die zweite Dimension ist der Übergang von schwarz zu weiß (unbunt) mit allen dazwischen liegenden Grautönen. Man nennt dies die Unbunttöne auf der Unbuntachse. Diese Achse durchzieht die Mitte des Farbkreises, ähnlich wie die Erdachse durchs Zentrum unserer Weltkugel verläuft. Unser Farbkreis ist der Äquator. Die dritte Dimension beschreibt das Mischungsverhältnis einer reinen Farbe der ersten Dimension (auf dem Äquator liegend) mit der Unbuntachse. Ein Farbton kann also aus 80 % grün und 20 % schwarz bestehen (Sättigung). Auch das umgekehrte Verhältnis ist natürlich möglich, und führt zu einer gänzlich anderen Farbabstufung. Die Sättigung ist hoch wenn der Farbton überwiegt, sie ist niedrig wenn der Unbuntton dominiert. Ebenso kann der 80 oder 20%ige Unbuntton der Mischung statt schwarz natürlich reinweiß oder grau sein. Auf diese Weise füllen die vielen Nuancen das Volumen zwischen „Äquator“ und Unbuntachse zu einer Art Farbglobus aus.

Verwandtschaft zwischen mehreren Farben stellt sich ein, wenn zwei Faktoren der Mischung gleich sind oder nah beieinander liegen:
Ein Beispiel: gleicher Rotton, gleiche Sättigung, nur der Unbuntton unterscheidet sich.
Oder: gleiche Farbsättigung, gleicher Unbuntton, aber jeweils mit gelb und blau gemischt.
Nah zusammen liegende Farben bilden dadurch eine Farbharmonie. Harmonie sorgt für Ausgewogenheit und Eleganz, Entspannung und Konzentration, führt im schlimmsten Fall aber auch zu Langeweile oder Müdigkeit. Je kleiner der verbliebene Unterschied in einer der Dimensionen, um so eher nähert man sich der Monotonie in der Bürogestaltung.

Sind Farben im dreidimensionalen Farbuniversum jedoch weit voneinander entfernt, und weisen alle drei Faktoren der Bestimmung eher Gegenteile auf, konkurrieren sie miteinander. Kontraste können temperamentvoll, dynamisch aber auch chaotisch wirken und Nervosität fördern. Eine bunte Bürogestaltung strahlt wenig Struktur oder Ruhe aus. Im Aufenthaltsraum können Kontraste den Anstoß geben die Arbeit schwungvoll wieder aufzunehmen.

Der erste Schritt trübe Gedanken im Büro zu verscheuchen ist getan. Es darf etwas Farbe sein. Etwas mehr oder lieber weniger? Dann lesen Sie: „Farbe und Ihre Wirkung“.

 
 
 

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