Farbe und ihre Wirkung im Büro

Speziell im Sommer, wenn das Büro wegen der Urlaubszeit verwaist ist, freuen wir uns auf den Feierabend. Nach langem Sitzen auf dem Bürostuhl versuchen wir die Zeit auf der Terrasse und im Garten zu verbringen, dort wo uns möglichst bunte frische Farben aus eigener Blumenpracht umgeben. Wir wünschen uns Sonne satt, um ein bisschen „Farbe“ zu bekommen. Irgendwie sieht das gesünder aus, und man möchte den Rest des Jahres nicht so „farblos“ herumlaufen.

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Büro: Sommer

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Büro: Frühling

Unser Bild von Farbe ist positiv. Und trotzdem verbringen manche von uns viel Zeit im „Grau in Grau“ eines mehr oder weniger gestalteten Büroarbeitsplatzes. Ein Schönheitsfehler, der uns müde machen könnte. Aber zu viel für das Auge kann dagegen anstrengend sein. Wie entscheiden wir uns also, um im Büro relevante Kriterien wie z.B. Strukturierung, Motivation und Antrieb aus der Farbenwelt zu kitzeln, statt unter Konzentrationsschwäche oder Langeweile zu leiden.

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 1. Ist-Situation berücksichtigen! Vorhandene Farbtöne integrieren statt ignorieren.

Berücksichtigen Sie grundsätzlich alles, was an Farben, Mustern und Oberflächen bereits vorhanden und unabänderlich mit einfließen wird. Das können z. B. Türen, Fensterrahmen, Decken etc. sein. Je markanter Ihre Wirkung im Büroraum, umso eher sollte das Ziel ihre Integration in das Farbkonzept sein. Der Ton wird aufgenommen, in eine Harmonie der Töne eingebunden oder kann mit einem vorsichtig gewählten Kontrast neu aufleben. Typischer Fall von Konkurrenz und Unruhe kann eintreten, wenn zu viel Materialmix aufeinander prallt, z.B. verschiedene Holzarten, echt oder Nachbildung, in gleicher Dominanz. Also lieber nichts Gegensätzliches hinzufügen sondern Ähnlichkeiten ansteuern. Auch Holztöne können manchmal eher dem einen oder anderen Farbton zugeordnet werden. Eine rötliche Buche oder gelbliche Eiche gibt bereits vor, dass die Addition eines fremden Tons kontrastieren wird.

2.  Farbempfindung! Die Wirkung der Farbe auf unser Wohlbefinden

Tabellen mit psychologischen Einflüssen der einzelnen Farben gibt es viele. Blau beruhigt, ist kalt und tief. Grün ist natürlich, harmonisch und steht für Wachstum. Tatsächlich sind diese Stimmungen aber sehr individuell und wirken bei jung und alt, männlichen oder weiblichen Personen, oftmals unterschiedlich. In der Büroeinrichtung kann man es daher schwer jedem Recht machen. Wählen Sie allgemein beliebte Farben, Trendfarben oder CI-Töne. Letztere finden meist, zurückhaltend eingesetzt, bei allen Mitarbeitern Zustimmung. Hier zählt Zusammenhalt, Identifikation und Ausstrahlung nach außen.

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Fakt ist, dass Farben in unserem Alltag und in jeder Bürostruktur stark mitbestimmen. Für alles räumliche, um bei der Büroeinrichtung zu bleiben, sind Farben das Charakter bestimmende Element. So wie man auch zu Hause selbst auswählt welche Ausstrahlung die Wohnung oder einzelne Räume bekommen sollen, z.B. „rustical“ oder mediterran, so wichtig ist die Wirkung der Büroatmosphäre auf den Mitarbeiter. Einladend oder erdrückend, anregend oder einschläfernd, ungewöhnlich oder durchschnittlich, frisch oder eintönig.

Weiter kann die Farbgestaltung Dinge optisch hervorheben oder verschwinden lassen. Für den ersten Fall ist ein Farbkontrast der Auslöser, für das Verschwinden oder Integrieren sorgen Harmonien bzw. die Gleichheit der Einrichtungselemente. (siehe Ordnungssystem der Farben) Einen Meeting Point wird man hervorheben wollen, wenn er auch für Außenstehende erkennbar sein soll. Ebenso den sofort ins Auge fallende Empfangstresen, um Ankömmlingen die Suche zu erleichtern. Auch die klare Struktur eines Verkehrswegs im Großraumbüro durch eine Farbe zu kennzeichnen ist denkbar. Die allgemein unansehnliche Technikzone muss jedoch optisch verschwinden und wird zurückhaltend integriert…..mit Farbe und Material.

Ebenso kann die Anzahl der Farben im Raum eine Wirkung auf unser Wohlbefinden haben. Sparsamkeit ist geboten, da Flächen auch mit unterschiedliche Materialeigenschaften, Oberflächenstrukturen und Mustern ausgestattet sind. Wenn das Auge, über die Büroeinrichtung blickend, keinen Halt findet, weil zu viele Charakteristika unsere Aufmerksamkeit fordern, macht uns die große Vielfalt unruhig und nervös. In kreativen Räumen kann eine bunte Palette dagegen auch anregend sein und dynamisches Verhalten fördern. Farbvielfalt auf großen Flächen, z.B. im Open Space Büro, kann auch helfen Einheiten oder Abteilungen zu bilden, die jeweils durch ihre Farbzugehörigkeit erkennbar sind.

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Ein weiteres Kriterium für Mitbestimmung ist die Menge einer Farbe. (siehe auch CI und Farbe) Große Flächen sind dominant, können aber durch einen geeigneten Gegenpol etwas abgeschwächt werden (z.B. durch den Unbuntton der an ihrer Sättigung beteiligt ist). Klare strahlende Farben sind kräftiger in Ihrer Flächen-Aussage als Farben mit einer geringen Sättigung. Ein ganzer Raum in klarem Rot erdrückt, in einem Hauch von Rosa aber wird man vielleicht den Unterschied zu weiß nur im Vergleich wahrnehmen. Schwache helle Töne müssen also eher großflächig erscheinen um einen Effekt zu erzielen. Die beherrschende Farbe entscheidet über die Aussage des Raumes. Kühl oder behaglich, offen oder diskret, freundlich oder steril.

Farbtöne werden durch Unbunttöne unterstützt oder abgeschwächt.

Bei hoher Sättigung kann flankierendes weiß, grau oder schwarz die Kraft der Farbe verstärken. Schwach oder zurückhaltend wirkt eine kaum gesättigte Farbe neben ihrem anteiligen Unbuntton. Unschöne Kontraste zwischen Farbton und weiß, schwarz oder grau können kaum entstehen, da Unbunttöne eindimensional sind. Ein Hoch auf die Bürotrennwand und alle anderen weißen Wände, solange sie auch farbige Nachbarn in der Bürogestaltung haben.

Farbe hat einen ergonomischen Einfluss. Kann uns frieren lassen oder andere körperliche Beschwerden verursachen. Unsere Empfindungen bei der Wirkung von Ton, Menge oder Strahlkraft täuschen uns meistens nicht. Ohne die Gesetzmäßigkeiten der Farben zu kennen sind wir allerdings nicht in der Lage die Gründe für ein unwohliges oder gutes Gefühl in Worte zu fassen, bzw. Veränderungen für Motivation und Leistung vorzunehmen. Vielleicht gelingt es mit diesem Text ein wenig besser, eine vorhandene Stimmung zu analysieren, und eine neue angenehme Büroatmosphäre zu erzeugen.

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